Die Fichten (Picea) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Die einzige in Mitteleuropa heimische Art ist die Gemeine Fichte (Picea abies), die wegen ihrer schuppigen, rotbraunen Rinde fälschlich auch als „Rottanne“ bezeichnet wird. Fichten stellen in Deutschland mit über 40% der Gesamtwaldfläche die wichtigste Holzart dar.
Fichten sind immergrüne und einstämmige Bäume. Der Stammdurchmesser beträgt bis zu 1 Meter, maximal bis 2,5 Meter, die Wuchshöhen reichen von 20 bis 60 Meter, in Ausnahmefällen über 80 Meter, die forstliche Umtriebszeit beträgt dagegen nur 80 bis 100 Jahre
Verbreitung:
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Fichte besteht aus drei Teilarealen:
* Nordisch-baltisches Tieflandvorkommen:
Nordskandinavien bis Südnorwegen. Die Verbreitungsgrenze der Fichte liegt in Nordskandinavien bei 100-200 m und steigt in Südnorwegen auf 400 m.
* Herzynisch-karpatisches Berglandvorkommen: Montane (450-600m) bis subalpine Höhenlage
Karpaten, Tatra, Herzynisches Mittelgebirge, Böhmerwald, Bayerischer Wald. Die Verbreitungsgrenze liegt im Harz unter 1000 m, im Bayerischen Wald unter 1450 m und steigt in den Ostkarpaten auf 1770 m.
* Alpin-südosteuropäisches Gebirgsvorkommen:
Alpen, Schwarzwald, Vogesen, Schweizer/Französische Jura. Die Verbreitungsgrenze liegt in den Nord- bzw. Südalpen bei 1700-1800 m und den Zentralalpen bei 2100 m. Im Flachland findet man verschiedene natürliche Verbreitungsgrenzen.
Holzeigenschaften:
Das Holz der Fichte ist sehr hell, weißlich, ohne Kernverfärbung, leicht, weich, harzreich und tragfest. Es ist nur sehr bedingt witterungsbeständig und daher für den Außenbereich ungeeignet. Es ist gut bearbeitbar und wird als Bauholz, als Balken und Latten für Dächer, Fenster, für Täfelungen, Fußböden und Zäune verwendet. Auch Spielzeug, Möbel und Verpackungsmaterialien werden daraus hergestellt. Darüber hinaus ist Fichtenholz ein wichtiges Produkt für die Papierherstellung. Fichtenholz ist die Hauptbaumart zur Herstellung von Pellets. Im Hochgebirge kommt es bei einigen Fichten zu Unregelmäßigkeiten im Faserverlauf des Holzes, dem sog. Wimmerwuchs. Dieses Holz ist für den Bau von Musikinstrumenten sehr begehrt.
Im Freistand aufgewachsene Fichten sind am Stamm weit nach unten beastet. Auch ihre Krone ist bis unten ausgebildet - exakt in Form eines spitzen Kegels. Im Forst jedoch, wo sie eng beieinanderstehen, sind die Fichtenstämme bis weit hinauf ohne Äste; infolge Lichtmangels starben die unteren Äste größtenteils ab und brachen zuletzt. Der Stamm der Fichte ist nur mit einem sehr flachen Wurzelsystem oberflächlich im Boden verankert; daher werden die Bäume von Stürmen oft umgestürzt.